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Die Betreuungsverfügung – ein wichtiges Dokument

Familien sind in vielerlei Hinsicht interessant, gerade dann, wenn man erkennen kann, dass sich die gleiche Geschichte oft immer wiederholt. Vielleicht gibt es bei Ihnen in der Familie ein Talent oder Hobby, dass in jeder Generation vorkommt, oder es sind gewisse Charakterzüge, die immer wieder auftauchen.

Oftmals handelt es sich dabei um schöne Eigenschaften, die sich stets wiederholen, aber unsere Krankheitsgeschichte gehört leider auch dazu. Bei uns in der Familie ist Demenz ein immer wiederkehrender Fluch. Das bedeutet einerseits, dass wir darauf eingestellt sind, das Verwandte irgendwann ihre Geschäftsfähigkeit verlieren. Andererseits bedeutet es aber auch eine enorme Belastung, die man nicht unterschätzen sollte.

Eine wichtige Entscheidung, die man im Voraus treffen kann um es seinen Angehörigen später zu erleichtern ist die Entscheidung, ob man eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung erstellen möchte.

Zwischen den beiden gibt es einige Unterschiede und deswegen lohnt es sich darüber  zu informieren. Entscheidet man sich für eine Vorsorgevollmacht, so kann man seinen Vertreter selbst wählen. Dies geht bei der Betreuungsverfügung zwar nicht, trotzdem ist sie eine durchaus attraktive Variante.

Im Prinzip erstellt man für den Ernstfall eine Liste mit Menschen, die man sich für den Fall des Falles als Betreuer vorstellen kann (oder auch auf gar keinen Fall vorstellen kann). Die Wahl des gesetzlichen Vertreters trifft dann das Gericht. Deswegen kann man eine Betreuungsverfügung auch dann noch aufsetzen, wenn man schon nicht mehr geschäftsfähig ist (was einen großen Vorteil darstellt).

Ein gesetzlicher Vertreter übernimmt hauptsächlich Behördengänge, kann sich aber je nach Situation auch um gesundheitliche Fragen oder das Finanzielle kümmern. Wofür genau der gesetzliche Vertreter zuständig ist entscheidet das Gericht, aber was dieser auf jeden Fall berücksichtigen muss ist das Selbstbestimmungsrecht der Person, die er betreut. Der Vertreter tut in der Regel nur so viel, wie er muss. All das, was der Betreute noch für sich selbst erledigen kann, wird er auch weiterhin noch machen.

Was man noch sagen sollte ist, dass der Vertreter bei großen Entscheidungen die Zustimmung des Betreuungsgerichts benötigt. Das kann, je nachdem worum es geht, zusätzliche Sicherheit geben.  Für mich ist der große Vorteil aber, dass man Favoriten angibt und die Auswahl dem Gericht überlassen bleibt.

Wie das Leben nun mal so ist, weiß man zu dem Zeitpunkt, an dem man die Entscheidung trifft, noch nicht, wie das Leben so spielen wird. Bei einer Vorsorgevollmacht könnte es durchaus passieren, dass die Person, die ich mir ausgesucht habe, wenn sie gebraucht wird sich auch noch um jemand anderen kümmern muss, oder vielleicht andere Probleme bewältigt. Bei einer Vorauswahl von Leuten, die in Frage kommen, kann das Gericht den besten Kandidaten zu dieser Zeit heraussuchen.

Gottseidank gibt es ja heutzutage sehr viele Ressourcen im Internet. Wer sich informieren will, ob eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung für ihn besser wären, der findet zu diesen Themen viele Informationen.

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